Gemeinschaftspraxis Dres. med. Tobias und Anette Stirn, Udo Emmrich - Fachärzte für AllgemeinmedizinGemeinschaftspraxis Dres. med. Tobias und Anette Stirn, Udo Emmrich - Fachärzte für Allgemeinmedizin
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FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose durch Zeckenbisse

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FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose durch Zeckenbisse

Wo leben Zecken?

Zecken, genauer: Schildzecken Ixodes ricinus (Holzbock) leben in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Auch im eigenen Garten, auf Wiesen, in Parks und Feldrainen sind sie anzutreffen. Zecken leben meist in Bodennähe und "fallen nicht von Bäumen".

Sie setzen sich durch Vorbeistreifen an Sträuchern oder Gebüsch in Wald oder bei der Gartenarbeit oder beim Picknick im Grünen auf die Kleidung. Von dort aus klettern sie an unseren Körper, suchen sich eine warme Stelle und fixieren sich. Sie betäuben die Stelle mit einem Biss, erst dann stechen sie zum Blutsaugen zu.

Zecken benötigen für ihre Entwicklung das Blut von Säugetieren (z.B. Maus, Reh, Hund), aber auch das Blut von Menschen ist ihnen willkommen.

Endemiegebiete: Wann und wo besteht Infektionsgefahr?

"Zeckenzeit" ist insbesondere von März bis September, je nach Witterung können aber auch früher oder später Zeckenbisse nicht ausgeschlossen werden, da Zecken bereits ab 4 Grad Celsius aktiv sind.

Die durch Bakterien übertragene Borreliose ist in Deutschland und Europa weit verbreitet, eine Ansteckungsgefahr mit Erregern der Infektionskrankheit Borreliose besteht praktisch überall in Deutschland, da etwa jede fünfte Zecke mit diesen Bakterien verseucht ist.

Allerdings hängt die Gefahr einer Infektion insbesondere davon ab, wie lange die Zecke in der Haut steckt: nach 36 Stunden Kontakt besteht eine Wahrscheinlichkeit von 7% mit Borrelien infiziert zu sein, nach 48 Stunden liegt die Wahrscheinlichkeit schon bei 75%.

Die durch Viren übertragene FSME - Hirnhautentzündung findet sich zwar bevorzugt im Süden von Deutschland, beginnt aber auch schon nahe Frankfurt, in Bad Kreuznach und Darmstadt. Weiterhin findet sie sich in Österreich, Ungarn, Schweden, Tschechien, der Slowakei sowie Ländern der ehemaligen UDSSR.

Gegen diese Krankheit kann man sich vorsorglich impfen lassen (zur Zeit ist diese Impfung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Diese Erkrankung wird durch Viren übertragen. Die FSME-Erkrankung beginnt häufig wie eine Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. FSME-Infektionen können eine Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarkes auslösen. Schwere Verläufe der FSME führen zu Lähmungen und bleibenden Schäden.

Gegen diese Viren kann vorsorglich geimpft werden. Geimpft werden kann das gesamte Jahr, es sind insgesamt 3 Impfungen notwendig.

Je nach verbleibendem Zeitraum bis zum Betreten des Infektionsgebietes gibt es verschiedene Impfmöglichkeiten:

Nach nur 2 Impfungen im Abstand von 14 Tagen wird eine Schutzrate von 95% erreicht. Eine dritte Impfung nach 9-12 Monaten führt zu einer Erhöhung der Schutzrate (ca. 99%) und zu einem Langzeitschutz (ca. 3 Jahre).

Borreliose

Die Krankheit verläuft über Monate bis Jahre in bestimmten Stadien. Im Anschluss an einen Zeckenbiss können nach einer symptomlosen Zeit, welche Monate bis Jahre dauern kann, gesundheitlich Probleme an Gelenken, Nerven, Muskeln, Herz oder der Haut auftreten.

Ein Zeckenbiss, bei welchem der Verdacht auf eine Bakterienübertragung besteht (ringförmige Rötung im Bereich der Zeckenbissstelle = Erythema migrans), sollte möglichst frühzeitig mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt werden.

Wie entfernt man eine Zecke?

Bei Zeckenbefall muss die Zecke umgehend entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. Bei der Entfernung der Zecke sind alle überflüssigen Manipulationen zu unterlassen, der Zeckenkörper darf nicht gequetscht werden, da sonst der borrelienhaltige Inhalt in den Körper des Menschen gelangen kann. Fassen Sie mit einer Pinzette oder den Fingernägeln so nah an der Haut wie möglich unter die Zecke, lockern sie die Zecke und ziehen diese langsam nach oben hinaus. Spezielle Zeckenpinzetten sind in Apotheken erhältlich.

Vorsicht: Wenn sich nach einem Zeckenbiss eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle herum zeigt, suchen Sie unbedingt ihren Arzt auf. Hat die Zecke in das Ohrläppchen gestochen kommt es zu einer Rötung und Schwellung des gesamten Ohrläppchens, die typische Ringbildung kann hier fehlen. Die Rötung ist ein sicherer Hinweis auf eine Infektion mit Borrelien!

Maßnahmen für Patienten und Kontaktpersonen

Da erkrankte Personen nicht ansteckend sind, ist eine Absonderung von Patienten nicht erforderlich. Wichtig ist eine frühzeitig einsetzende Therapie, um Komplikationen und den Übergang in Spätstadien zu vermeiden. Maßnahmen für Kontaktpersonen sind nicht erforderlich.

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